Technik in der Süß- & Meerwasser-Aquaristik

In diesem Artikel sollt Ihr eine Übersicht bekommen, welche Aquarientechnik im Süß- oder Meerwasseraquarium zur Grundausstattung gehört und welche eher als zusätzliche Ausstattung empfehlenswert ist oder ganz weggelassen werden kann.

Süßwasseraquaristik

Viele Anfänger stellen sich die Frage welche Aquarientechnik definitiv benötigt wird und welche Technik eher überflüssig ist. Die Auswahl ist groß, die technischen Unterschiede allerdings auch.

Zur Grundausstattung für ein Süßwasser-Aquarium gehören ein Becken / Aquarium, eine Pumpe, sowie eine Heizung oder ein Heizstab und schließlich die Beleuchtung.

Zusätzlich gibt es verschiedene Filtertechniken bzw. Filtersysteme, die unterschiedlich große Flächen für die Ansiedlung von Bakterien bieten, welche sich innerhalb des Filtersystems ansiedeln. Durch den Stoffwechsel der Pflanzen und der Fische entstehen Abfallprodukte, welche für das Ökosystem des Aquariums schädlich sein können. Diese Bakterien tragen entscheidend zu der Schädlingsbekämpfung bei, indem sie diese Abfälle in nicht schädliche Substanzen umwandeln.

Die Filtertechniken im Süßwasseraquarium

Es gilt hier verschiedene Faktoren zu beachten, welche bei der Filterung für ein Aquarium entscheidend sind. Mindestens ein Filtersystem sollte in der Süßwasseraquaristik eingesetzt werden, mehrere Systeme parallel zu betreiben schaden allerdings auch nicht. Je nach Art des Aquariums, ist auch ein wirkungsvolleres Filtersystem, gegenüber einem Standard-Innenfilter empfehlenswert. Ein Aufzuchtbecken für Jungfische kann beispielsweise ohne Schwierigkeiten mit einem luftbetriebenen Filter gereinigt werden. Für ein bepflanztes Aquarium ist dieses Filtersystem hingegen ungeeignet.

Innenfilter

Der Innenfilter ist zusammengesetzt aus einer Pumpe und einem Filtertopf, in welchem die Ansaugöffnungen vorzufinden sind. Einige dieser Modelle verfügen über einen aeroben Filter, andere filtern einen Teil des Wassers aerob und den anderen, kleineren Teil des Wassers anaerob (ohne Sauerstoff – Nitratabbau). Die Anwendung eines Innenfilters ist insofern vorteilhaft, da sich keine Schlauchverbindungen außerhalb des Aquariums befinden und ein einfacher Zugriff auf das Gerät erfolgen kann. Der Nachteil liegt darin, dass bei jeder Reinigung des Filters, dieser aus dem Aquarium entfernt werden muss.

Schwammfilter

Bei diesem Filtersystem dient ein Schwamm als Filter, durch welchen das Wasser hindurch geleitet wird. Hierzu wird entweder mit einem Druck- oder mit einem Saugeffekt, welcher durch eingeblasene Luft erzeugt wird, gearbeitet. Das schmutzige Wasser wird durch diesen Filter geführt und somit auf mechanische und biologische Art gereinigt. Zum einen mechanisch, da Schwebestoffe in den kleinen Filterporen hängen bleiben, zum anderen durch die im Schwamm angesiedelten Bakterien.

Luftheber

Ein Luftheber kommt aktuell in der Aquaristik nur noch selten zum Einsatz. Es handelt sich hierbei um ein aufrechtes Stück Rohr, an dessen oberen Ende ein 90° Bogen angebracht ist. Durch ein kleines Röhrchen an der unteren Seite wird über eine Luftpumpe (Membranpumpe) Luft eingeführt. Hierdurch bilden sich Blasen, welche dann im Rohr nach oben aufsteigen und nach außen gelangen. Dabei wird Wasser mitgezogen und ein Hebeeffekt entsteht.

Hamburger Mattenfilter

Hierbei handelt es sich um eine Schaumstoffmatte, die quer zur Strömungsrichtung angebracht wird. Die Matte reicht mit ihren schmalen Seiten bis zu der Front- Boden- und Rückscheibe des Beckens und über den Wasserspiegel hinaus. Das Wasser wird mit einer bestimmten Anströmgeschwindigkeit hindurch geleitet und der biologische Filter wird je nach Größe des Aquariums mit einer Luftpumpe oder einer Kreiselpumpe betrieben. Dieser Filter ist äußerst wartungsarm.

Außenfilter

Da der Filter außerhalb des Aquariums montiert oder aufgestellt wird, führte dies zu seiner Bezeichnung. Über Schläuche wird das Wasser bei diesem Filtersystem durch den außen liegenden Filter geführt. Das Filtermaterial im Filtertopf sollte an die Bedürfnisse der Pflanzen und Tiere angepasst sein und reinigt entsprechend das durchfließende Wasser, welches dann zurück ins Becken geleitet wird. Vorteilhaft ist, dass kein Platz im Aquarium für das Filtersystem benötigt wird, wobei dieser dafür jedoch unter dem Aquarium gebraucht wird.

Rieselfilter

Auch der Rieselfilter ist ein Außenfilter, bei welchem das Wasser auf das Filtermaterial trifft und unter ständigem Luftkontakt in ein Sammelbecken fließt, dessen Größe mindestens vier bis fünf Prozent des Gesamtvolumens betragen sollte. Als Filtermaterial dient hierbei häufig ein Kunststoffkörper. Nachdem das Wasser auf diese Weise gefiltert wurde, wird es von dem Sammelbecken aus wieder zurück in das Aquarium gepumpt. Da durch diesen Prozess die Schadstoffe gut abgebaut werden, wenn mindestens 4000 Liter pro Stunde über das Filtermaterial gepumpt werden, eignete sich der Rieselfilter für Meerwasseraquarien und die Süßwasser-Intensivfischhaltung. Jedoch entstehen durch dieses Filtersystem auch diverse Nachteile. Zum einen die starke Co2-Ausgasung und zum anderen der zu hohe Sauerstoffanteil im Filtermaterial, wodurch die Nährstoffe für Pflanzen unlöslich werden, da sie oxidieren. Deshalb ist es mit diesem Filtersystem öfter notwendig zu düngen. Zudem verursacht die große Kontaktfläche, auf welcher Luft und Wasser aufeinander treffen, eine starke Verdunstung. Hierdurch steigt der pH-Wert des Wassers und es geht viel Wärmeenergie bei diesem Filterprozess verloren. Auf Grund der vielen Defizite werden heute hocheffektive Eiweißabschäumer mit mechanischer und biologischer Filterung bevorzugt.

Filtersubstrate

Die Bakterien, welche bei der Filterung eine so wichtige Rolle spielen, können sich auf den verschiedensten Materialien ansiedeln wie beispielsweise Schaumstoff, Keramik, Kunststoff oder Tonmaterialien. Wichtig ist hierbei vielmehr eine poröse Oberfläche, damit sich möglichst viele Bakterien ansammeln und vermehren können. Für die groben Schwebeteile sollte ein Vorfilter eingerichtet werden, der diese mit Perlonwatte oder einer Schaumstoffmatte heraus filtert. Ein idealer Aufbau wäre es, das Wasser zunächst durch Röhrchen zu leiten, welche dieses verwirbeln und grobe Partikel herausfiltern. Daraufhin sollte es durch den Schwamm fließen, der als Nährboden für die Bakterien dient, welche unter anderem Nitrit und Nitrat abbauen und der die kleineren Schwebeteilchen auffängt. Schließlich nimmt die Filterwatte noch die kleinsten Partikel auf und das Wasser kann zurück in das Aquarium gepumpt werden. Je gröber das Filtermaterial umso selterner muss es gereinigt werden. Filterwatte sollte also spätestens alle 1-2 Wochen auf den Verschmutzungsgrad kontrolliert werden, grobe Schwämme können auch länger im Filter behalten werden.

Süßwasser-Beleuchtung

Immer noch weit verbreitet sind die T5- oder T8 Leuchtstoffröhren, wobei die T5- Leuchtstofflampen einen besseren Wirkungsgrad als T8 haben und mit höheren Temperaturen besser zurecht kommen. T8- Leuchten werden eher in älteren Aquarien vorgefunden und sind inzwischen wegen der starken Wärmeentwicklung, ähnlich wie HQI, veraltet und nicht mehr empfehlenswert. Bei der Verwendung von T5- & T8- Leuchtstoffröhren muss ein regelmäßiger Wechsel des Leuchtstoffmittels vorgenommen werden, damit die Leuchtkraft nicht nachlässt. Außerdem ist die Anbringung von Reflektoren ratsam, da Leuchten über einen Abstrahlwinkel von 360° verfügen. Durch die Reflektoren kann der Lichtverlust zwar eingegrenzt, jedoch nicht vermieden werden.

Inzwischen lohnt es sich, trotz höherer Anschaffungskosten, direkt LED-Beleuchtung zu wählen oder auf diese umzusteigen. Diese ist im Vergleich zu den oben genannten Beleuchtungssystemen wesentlich effizienter und verbraucht ca. 50% weniger Strom, um die gleiche Helligkeit zu erzielen und die Pflanzen optimal mit Nährstoffen zu versorgen. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass in vielen auf dem Markt erhältlichen Modellen optische Linsen oder eine Spiegeloptik integriert sind, weshalb keine zusätzlichen Reflektoren angebracht werden müssen und der Lichtverlust minimal gehalten wird. Auch haben LED eine wesentlich geringere Wärmeentwicklung als T8- Röhren oder HQI. Speziell bei blauer Beleuchtung sind LEDs bedeutend effektiver, da bei der Alternative mit blauen T5- oder T8-Leuchtstoffröhren  das blaue Spektrum mit farbigem Leuchtmittel erzeugt wird, was deren Effizienz verringert. 

Im Idealfall sollte die Lichtfarbe mit einer Mischung von verschiedenen Spektren wie z.B. weißem und blauen Licht kombiniert werden, um das natürliche Sonnenlicht möglichst realistisch nachzuahmen und den Fischen und Pflanzen so einen guten Ersatz hierfür zu bieten. Außerdem entsteht durch die Kombination der beiden Farbspektren ein interferierende Lichtwellenüberlagerungen, welcher die Schuppen der Zierfische besonders schön und bunt schillern lässt. Somit sprechen insgesamt nicht nur die hohe Lichtausbeute, der minimale Stromverbrauch, die niedrige Wärmeentwicklung und eine hohe Lebensdauer von ungefähr 50.000 Stunden für die LED Aquarium Beleuchtung, sondern darüber hinaus der geringe Wartungsaufwand, da keine giftigen Leuchtmittel gewechselt werden müssen, zudem die Umweltfreundlichkeit und schließlich die schöneren Farben.

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Foto: Phenacogrammus interruptus: André Karwath aka Aka

Heizung/ Kühlanlage

Stabheizung

In Zierfischaquarien werden Stabheizungen sehr häufig verwendet. Die meist zylindrische Glasröhre enthält einen oder mehrere Heizdrähte, womit die Beckentemperatur so reguliert wird, dass sich die Fische und Pflanzen wohlfühlen, also zwischen 23°C und 25°C. Je nach Größe des Aquariums muss auch die Größe und Leistungsstärke der Heizung angepasst werden. Generell gilt hierfür, dass für 10 Liter Wasser eine Leistung zwischen drei und sechs Watt benötigt wird. Selten gibt es Modelle ohne einem Temperaturregler, welche sich selbst einschalten um die gewünschte Temperatur beizubehalten. Trotzdem sollte man die Temepratur regelmäßig und vorallem kurz nach der Montage auf plausibilität überprüfen. Durch hohe Strömungen muss oft eine geringere Temperatur eingestellt werden, da durch die Wasserbewegung oft eine geringere Temperatur gemessen wird als tatsächlich vorherscht. Eine Besonders für Anfänger ist dieses Heizungssystem schnell und leicht zu montieren und falls notwendig auszutauschen.

Bodenheizung

Zurecht nur noch sehr selten zu finden ist die Bodenheizung, bei der die Installation im Vergleich zu einer Stabheizung aufwändiger ist. Ursprünglich wurde bei der Bodenheizung behauptet, dass es leichte Vorteile bei Umwälzung von Sauerstoff im Boden gibt und folglich mehr Bakterien im Boden leben können die zum Abbau organischer Materie beitragen. Dieser positive Effekt konnte leider nur sehr selten Nachgewiesen werden. Man hört eher das Gegenteil, dass Bodenheizungen eine Problemquelle sein können.

Kühlanlage / Kühlkompressor / Ventilatoren

Zwar sind Süßwasseraquarien häufig etwas unempfindlicher gegen hohe Temperaturen als Meerwasserbecken, jedoch kommt es auf dessen Belastung an, denn je höher diese ist umso empfindlicher ist das Aquarium gegenüber hohen Temperaturen. Pflanzen können eingehen und Tiere, besonders Krebstiere, sterben. Demgemäß sollte die Temperatur von 30°C auch bei Süßwasseraquarien nicht überschritten werden. Sollte ein Beleuchtungssystem mit einer höheren Wärmeentwicklung verwendet werden, können Einbauventilatoren die warme Luft aus der Abdeckung absaugen. Ansonsten können Lüfter auf die Wasseroberfläche gerichtet werden, wodurch eine deutliche Verringerung der Wassertemperatur erreicht wird. Jedoch verdunstet hierbei eine erhebliche Menge Wasser und sollte deshalb durch destilliertes Wasser oder Osmosewasser ersetzt werden, damit sich der Salzgehalt nicht zu sehr erhöht. Vorteilhaft ist der geringe Energieverbrauch dieser Methode. Schließlich wurden speziell für die Aquaristik Kühlgeräte bzw. Kühlkomressoren entwickelt, welche einfach zu zu regulieren und äußerst effizient,  in der Anschaffung hingegen vergleichbar teuer sind. Zwar haben diese Modelle einen hohen Energieverbrauch, allerdings lässt sich eine konstante Temperatur halten und es entsteht keine überhöhte Wasserverdunstung.

Süßwasser CO2-Anlage zur Pflanzen-Düngung

CO2 dient den Pflanzen als Nährstoff und fördert somit das Pflanzenwachstum. Nicht immer ist es notwendig zusätzlich mit Co2 zu düngen, weil Fische Co2 ausatmen und auch Mikroorganismen dieses beim Zersetzen organischer Stoffe absondern. Um das Pflanzenwachstum zu steigern kann jedoch durch flüssiges Co2, Co2-Tabletten oder eine Co2-Anlage gedüngt werden. Über Nacht benötigen die Pflanzen kein Co2, da sie dieses nur bei Licht umsetzen können. Während die ersten zwei Methoden eher für den kurzfristigen Einsatz geeignet sind, kann durch eine Co2-Steuerungsanlage ein langfristiger und regulierter Co2-Ausstoß garantiert werden, wobei der pH-Wert zyklisch gemessen wird. Jedoch sind diese Anlagen äußerst kostenintensiv und viele Aquarien kommen auch ohne eine zusätzliche Co2-Zufuhr aus. Damit die Messungen und demnach die Dosierung korrekt vorgenommen werden können, muss das Gerät regelmäßig gereinigt werden.

Meerwasseraquaristik

In der Meerwasseraquaristik sind die technischen Ansprüche im Gegensatz zu der Süßwasseraquaristik etwas gehobener. Ähnlich wie bei einem Süßwasser- Aquarium werden ebenfalls das Becken selbst, ein Heizstab, sowie ein entsprechendes Beleuchtungssystem und zusätzlich eine Strömungspumpe benötigt. Ein Abschäumer ist zusätzlich sehr Empfehlenswert. Wobei es im Hinblick auf die Beleuchtung bereits mehr Faktoren zu beachten gilt als in der Süßwasseraquaristik. Denn die meisten Meerwasser-Aquarien verfügen über einen Korallenbesatz aus besonders sonnigen Gegenden, wodurch deren Bedürfnis nach Licht um ein wesentliches höher ist. Zudem ist eine Osmose-Anlage oder ein Mischbettharzfilter erforderlich, um das verdunstete Wasser nachfüllen zu können und Wasserwechsel durchzuführen. Auch die Ansprüche an die Pumpen sind differenzierter, da die verschiedenen Korallenarten eine verschieden starke Strömung benötigen. Außerdem gilt es auch im Belang auf die Filtertechnik mehrere Kriterien zu beachten.

Die Meerwasser Filtertechniken

Innenfilter, Schwammfilter, Hamburger Mattenfilter, Außenfilter & Rieselfilter sind nicht zwingend notwendig, teilweise sogar kontraproduktiv und finden in Wohnzimmerbecken nur noch selten Einsatz. Viel wichtiger hingehen ist eine ausreichend große Oberfäche um die Filterarbeit der Bakterien unterstützen zu können. Bakterien schweben weniger frei im Wasse, sondern fühlen sich u.a. auf Oberflächen von porösem Riffgestein pudelwohl<h4>

Riffgestein & Filtersubstrate

Riffgestein & Lebendgestein übernimmt die Filterung. Auf allen Oberflächen im Aquarium siedeln sich Bakterien an. Riffgestein hat eine hohe Oberfläche Aufgrund der porösen Beschaffenheit. Auch der Sandboden, der aus feinem oder grobem Aragonit oder Korallenbruch besteht, bietet eine gute Oberfläche zur Ansiedelung von Kleinstlebewesen und Bakterien. Biobälle können in Technikbecken verstaut werden um dort die Oberfläche zu erhöhen. 

Eiweißabschäumer in der Meerwasseraquaristik

Der Eiweißabschäumer dient in der Meerwasseraquaristik zur Reinigung des Wassers, aus welchem in einem geschlossenen System die Abfallprodukte entfernt werden. Hierbei handelt es sich um Substanzen wie Lipide, Harnsäure, Peptide, Aminosäuren und organische Abfallstoffe, welche dem Wasser auf physikalische Weise entzogen werden. Dies funktioniert, indem feinperlige Luft in einer Säule eingeblasen wird und sich an den aufsteigenden Luftblasen Moleküle anlagern. Dieser Effekt wird häufig noch durch den Gegenstrom verstärkt. Daraufhin lagert sich im oberen Bereich des Rohres ein immer zäher werdender Schaum ab, der schließlich in einem Schaumtopf geleitet wird. Es gibt entweder luft- oder motorbetriebene Eiweißabschäumer.

Zu den motorbetriebenen und effizienteren Abschäumern gehören auch die sog. Nadelrad-, Fadenrad~ bzw Geweberadabschäume-Abschäumer, bei denen das drehende Rad teilweise auch mit Schwamm-Material benetzt ist, so dass die möglichst viele kleine Blasen entstehen können.

Zu beachten gilt, dass das Blasenbild regelmäßig überprüft werden sollte ob die Blasen noch fein genug sind und ob das Gerät eventuell gereinigt werden muss. Falls ein weniger wirkungsvoller luftbetriebener Abschäumer vorhanden ist und nur noch wenige große Blasen erzeugt werden, sollte der Lindenholzausströmer erneuert werden.

Bei luftbetriebenen Abschäumern mit Ausströmstein sollte man beachten: Der Ausströmer sollte vor der Verwendung ins Wasser eingelegt werden, damit er sich zunächst vollsaugen kann. Zusätzlich sollte die Luftzufuhr regulierbar sein und besonders bei den motorbetriebenen Modellen muss der Wasserstand beachtet werden. Schließlich ist es sinnvoll auf das Gegenstromprinzip zu achten, damit sich mehr Moleküle an den Luftblasen anlagern können. Um die Wasseraufbereitung zu vollenden kann die Effizienz des Abschäumers zudem durch einen Ozongenerator / Ozonisator gesteigert werden, da die Eiweißverbindungen durch Ozon, im Gegensatz zu Sauerstoff, um ein wesentliches schneller aufgespalten werden. Allerdings ist dies lediglich in großen Becken wie Fischzuchtanlagen notwendig, da in kleineren Aquarien ein Eiweißabschäumer auch so ausreichend wirksam ist und der Einsatz von Ozon auch Nachteile mit sich bringen kann. Im Handel sind Geräte mit einer Leistung zwischen 25 mg/h bis hin zu 400 mg/h, wobei die Leistung entsprechend an das Beckenvolumen und den Besatz angepasst werden muss.

Luftheber

Die Luftheber spielen meist nur bei der Nachzucht von Jungfischen eine Rolle. Wobei eine sehr geringe Anzahl an Blasen pro Minute ausreicht um eine ausreichende Sauerstoffsättigung im Zuchtbecken aufrechtzuerhalten.

Meerwasser-Beleuchtung

Wie ihr wahrscheinlich bereits wisst ist das richtige Beleuchtungssystem ein elementarer Bestandteil der Aquarientechnik für ein Meerwasseraquarium. Um die idealen Bedingungen für anspruchsvollere Korallenarten zu schaffen, müssen verschiedene Kriterien berücksichtigt werden, damit diese mit den für sie lebensnotwendigen Nährstoffen, welche sie aus dem Licht bekommen, versorgt werden. 1W High Power LED sind nicht nur aus dem Grund die beste Beleuchtungsart für Meerwasseraquarien, da sie außerordentlich leistungsstark sind und daher genügend Nährstoffe für die Pflanzen liefern, sondern sie haben eine wesentlich geringere Wärmeentwicklung besonders im Vergleich zu T5- & HQI- Beleuchtung. Denn neben der Stärke der Leistung ist zudem wichtig, dass sich die Wassertemperatur nicht über 30°C erhöht, was speziell im Sommer beim Einsatz von HQI Leuchten Schwierigkeiten darstellen kann. Darüber hinaus sind sie äußerst stromsparend, da 1W High Power LED im Gegensatz zu T8- und T5- Leuchtstoffröhren, sowie HQI- Brennern nur 50% der Leistung benötigen um die gleiche Helligkeit zu erzielen. Bei einem Stromersparnis von 50% lohnen sich die Anschaffungskosten langfristig gesehen definitiv. Auch reichen T8- und T5- Leuchtröhren, sowie HQI- Beleuchtung nicht an die 130 Lumen pro Watt der 1W High Power LED heran. Aufgrund der geringen Wärmeentwicklung sind keine Ventilatoren zur Kühlung notwendig und die Lampen können nah an der Wasseroberfläche angebracht werden, sodass weniger Licht verloren geht. Außerdem sind in der LED Aquarium Beleuchtung entweder optische Linsen oder eine Spiegeloptik verarbeitet, wodurch das Licht gebündelt und mit einem entsprechenden Abstrahlwinkel nach unten gestrahlt wird und so auch bei tieferen Becken bis zum Bodengrund vordringt. Bei alternativen Beleuchtungssystemen sind stattdessen zusätzliche Reflektoren notwendig, wobei jedoch der Lichtverlust deutlich höher ist. Außerdem müssen hier die Leuchtmittel regelmäßig gewechselt werden, da durch Ablagerungen der Elektroden von Leuchtstoffröhren und HQI Lampen die Lichtwerte immer wieder sinken. LED Beleuchtung hingegen ist vergleichbar wartungsarm und hat eine hohe Lebensdauer bei konstanter Leuchtkraft. Auch ist diese Variante umweltschonender, denn in Leuchtstoffröhren und Metalldampflampen wird giftiges Quecksilber als Leuchtmittel verwendet.

Ein weiterer erwähnenswerter Vorteil durch LED Beleuchtung in Meerwasseraquarien sind die intensiver strahlenden Farben der Pflanzen und Tiere, wobei es besonders wichtig ist einen Blaulichtanteil in die Beleuchtung zu integrieren. Denn zum einen entsteht durch die Überlagerung des weißen Lichts mit dem blauen Farbspektrum ein Interferenzeffekt, welcher die Farben der Zierfische durch ein besonders schönes Schillern besser zur Geltung kommen lässt, da deren Schuppen die Lichtwellen reflektieren, welche sich dann überlagern und durch die neue Wellenlänge für das menschliche Auge besonders gut sichtbar sind.

Ferner regt das blaue Lichtspektrum die Fluoreszenz der Korallen an, weil bei einer entsprechenden Lichtmenge die Produktion der Fluoreszenz- Proteine gesteigert wird, welche dann außerordentlich intensiv leuchten und wodurch deren Wachstum zusätzlich angekurbelt wird. Speziell unsere blaue LEDs im Wellenlängenbereich von 450nm haben im Vergleich zu anderen Beleuchtungssystemen einen deutlich geringeren Verbrauch, da das Material, welches das Licht blau erscheinen lässt, bei diesen die Leuchtkraft abschwächt. 

Meerwasser Ströumgspumpen

Um das Wachstum der Korallen optimal zu unterstützen ist eine diffuse Strömung empfehlenswert, da diese ihre Nahrung nicht sehr gut selbst fangen können und daher darauf angewiesen sind mit nährstoffreichem Wasser versorgt zu werden. Nicht nur die Zuführung von genügend Sauerstoff und Nährstoffen für die Pflanzen macht die Strömung so bedeutsam, sondern zudem das Abtransportieren der Abfallstoffe der Korallen. Grundsätzlich muss bei der Ausrichtung beachtet werden, dass sich keine Beläge an der Koralle festsetzen können. Ansonsten würde sie das bei der Aufnahme des für sie lebensnotwendigen Lichtes behindern, was zu deren Absterben führen könnte, ebenso wie diese direkt an zuströmen. Nicht nur die unterschiedlichen Korallenarten benötigen eine verschieden starke Strömung, während SPS- Korallen eine 20- bis 30-fache Umwälzung pro Minute brauchen, sollte es bei LPS- Korallen nicht über eine 10- bis 15-fache Umwälzung pro Minute hinausgehen. Darüber hinaus ist es auch von der Gesamtgröße der Korallen und der Riffaufbau abhängig, denn so größer Korallen und Riffaufbau werden, entsprechend höher sollte die Strömungsleistung sein. Jedoch kann die Stärke der Strömung in einem Aquarium auch variieren, sodass strömungsbedürftige Korallen eher dort platziert werden sollten, wo diese besonders hoch ist und kleinere Korallen und LPS- Korallen eher in einer ruhigeren Gegend.

Damit ein diffuses Strömungsbild erreicht wird, sollten zwei bis drei Pumpen eingesetzt werden, deren Strömungsrichtungen dann entgegengesetzt verlaufen. Bei Nano-Aquarien reicht meist auch schon eine Pumpe.

Powerhead-Pumpen

Powerhead-Pumpen erzeugen verhältnismäßig wenig Strömung und eigenen sich zu der kurzfristigen Beseitigung von Schwebestoffen aus dem Wasser. Bei längerfristiger Verwendung kann ein grober Schwamm in dem Kopf eingesetzt werden. Diese Pumpen erzeugen eine einigermaßen gute Strömung, der Verbrauch ist jedoch durch ihre Bauart deutlich höher als bei Strömungspumpen, die mit einer Schraube arbeiet, ähnlich wie bei einer Schiffsschraube, die dem Schiff den Vortrieb gibt.

Heizung/ Kühlanlage

Heizung / Stabheizung im Meerwasseraquarium

Die Heizungen von Süßwasseraquarien unterscheiden sicht nicht von der Variante für Meerwasseraquarien. Jedoch sollte man aufgrund der Strömung folgendes beachten:

Bei der Verwendung von Stabheizungen bzw. Heizstäben hat sich oft gezeigt, dass die Werte, die auf dem Stab eingestellt werden nicht den echten Temperaturwerten im Aquarium übereinstimmen. Durch eine hohe Strömung im Becken, kann es also oft dazu führen, dass man nur 20°C einstellen muss um eine Wassertemperatur von 24°C zu erreichen. Überwachen Sie deshalb regelmäßig ihre Temperatur auf Ihre Plausibilität.

Kühlanlage

Die Methoden zur Kühlung von Meerwasseraquarien unterscheiden sich nicht von der für Süßwasseraquarien. Häufig sieht man in Lüfterbetriebene Oberflächenkühlsysteme, die allerdings auch zur schnelleren Verdunstung beitragen. 

Bei erhöhter Umgebungstemperatur, die oft durch HQI Beleuchtungen oder geschlossene T5- oder T8-Leuchtstoffröhren-Abdeckungen begünstigt wird, gibt es auch die Möglichkeit einen Kompressor einzusetzen, der die Temperatur auf das gewünschte Limit absenkt, dabei allerdings vergleichsweise sehr viel Energie benötigt. Bei offenen Aquarien können am Beckenrand Ventilatoren montiert werden, die auch ein wenig zur Kühlung beitragen können, wobei das Wasser auch schneller Verdunstet.

Mit LED Beleuchtung kann man in den meisten Fällen auf eine zusätzliche Kühlung auch im Sommer verzichten.

Kalkreaktor

Bei dem Kalkreaktor handelt es sich um eine Reaktionssäule, welche mit grobem Korallenbruch befüllt wird. Daraufhin saugt eine Pumpe Wasser an und vermischt dieses mit Co2 aus einer Co2-Flasche. Durch die spezielle Rohrführung wird das Co2 möglichst langen innerhalb dieses Systems gehalten und der Wirkungsgrad zu verstärken. Eine Größe zwischen 10 bis 20mm für den groben Korallenbruch eignet sich ideal, um durch die grobe Struktur noch genügend Wasser hindurch zu lassen und eine möglichst große Reaktionsoberfläche zu gewährleisten. Neuere Modelle von Kalkreaktoren arbeiten im Niederdruck-Bereich, wodurch der pH-Wert in der Reaktionssäule vermindert und dadurch eine schnellere Auflösung des Korallenbruchs erreicht wird. Den Unterschied zwischen üblichen Kalkreaktoren und Niederdruck-Kalkreaktor erkennt im optischen Vergleich meist schon auf den ersten Blick. Der Durchmesser der Reaktionssäule der Niederdruck-Kalkreaktoren ist geringer.

Co2-Anlage für einen Kalkreaktor

Da der Kalkreaktor mit Co2 versorgt werden muss, damit das Wasser innerhalb der Reaktionssäule sauer werden und sich der Korallenbruch auflösen kann, wird eine Co2-Anlage für den Kalkreaktor benötigt, welche diesen mit der notwendigen Kohlensäure versorgt. Dies trägt entscheidend zu der Steigerung der Magnesium- und der Clacium-Werte bei. Die Kohlensäureflasche wird meist mit einer elektromagnetischen Abschaltautomatik gesichert, falls der Strom ausfallen sollte.

Balling-System

Das Balling-System kann entweder manuell oder mit Dosierpumpen betrieben werden. In der Meerwasseraquaristik wird häufig die Balling verwendet, wenn kein Kalkreaktor zum Einsatz kommt. Dabei wird eine Dosierpumpe genutzt, um Calcium, Magnesium und Spurenelemente in Form von gelöstem Pulver oder Flüssigkeit über ein konstantes Niveau dem Wasser hinzuzufügen.

Dosierpumpen

Dosierpumpen werden nicht nur häufig für die Balling-Methode verwendet, sondern eignen sich zudem zum Nachfüllen von Verdunstungswasser. Die Pumpen lassen sich meist über einen Drehregler in ihrer Durchflussmenge kontrollieren, sodass in regelmäßigen Zyklen extrem genaue Flüssigkeitsmengen zu dem Kreislauf hinzu geführt werden.

Umkehrosmose-Anlage

Die Umkehrosmose ist ein physikalisches Prinzip, bei welchem das Wasser aufbereitet wird. Die brownsche Molekularbewegung wird durch den osmotischen Prozess angeregt und umgekehrt, was durch einen starken Druck verursacht wird. Über eine spezielle Membran, welche sich im Kern jeder Umkerosmose-Anlage befindet, wird das Wasser von gelösten Stoffen befreit. Diese Membran ist halbdurchlässig, sodass nur die Wassermoleküle hindurch dringen können und reines Wasser auf der anderen Seite herauskommt, während die restlichen Stoffe abgefangen werden. Des Weiteren ist sie äußerst druckresistent, da die Seite der erhöhten Fremdstoffkonzentration einem außerordentlich hohen Druck ausgesetzt wird. Dadurch werden die Moleküle entgegen ihrer osmotischen Richtung gedrängt.

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Foto: Umkehrosmoseeinheit zur Aufbereitung von Aquarienwasser, Andy king50

Die Membran ist speziell auf die Trägerflüssigkeit, bei welcher es sich in einer Umkehrosmose-Anlage für Aquarien um Wasser handelt, abgestimmt. Je höher die Konzentration an gelösten Stoffen im zu reinigenden Wasser ist, desto mehr Druck muss ausgeübt werden, um reines Wasser zu erhalten. Um ein höheres Druckgefälle zu erzeugen muss die Pumpe demnach entsprechend leistungsstark sein. 

 
 
 
 

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