3 Methoden um Cyanobakterien im Meerwasser bekämpfen

Physikalische bekämpfung von Cyanobakterien / Cyanophyceae

Eine Weise gegen die unerwünschte Ansiedlung der Organismen vorzugehen, welche sehr schonend für den restlichen Besatz ist, besteht in dem täglichen Absaugen der Beläge von dem Gestein und dem Bodengrund, im Rahmen eines Teilwasserwechsels. Hierbei sollten sämtliche erreichbaren Ansiedlungsflächen von Bakterien entfernt werden. Keinesfalls darf das abgesaugte Wasser gefiltert und zurückgeführt werden. Filtermaterial würde die Bakterien lediglich zerteilen anstatt sie zu entfernen und ein Wachstum so zusätzlich verstärken.

Besonders im Bodengrund reichern sich vermehrt schädlich Substanzen an, sodass dieser bei der Reinigung nicht vernachlässigt werden darf. Hierfür empfiehlt sich die Verwendung eines dünnen Schlauches, wodurch große Mengen an feinem Sediment aus dem Aquarium entsorgt werden können. Ebenfalls gilt es Ablagerungen auf der Dekoration abzusaugen.

Danach sollten die Bedingungen an den Ansiedlungsflächen verändert werden. Hierbei ist besonders auf strömungsarme Bereiche zu achten, in welchen eine mittelstarke Strömung vorherrschen sollte, um Nährstoffdepots zu vermeiden. Insgesamt sollten die im Aquarium vorhandenen Mengen an Bakterienfutter möglichst reduziert werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Anzahl der Fische und somit die Nährstoffkonzentration im Allgemeinen, durch Futterreste und Ausscheidungen zu verringern. So könnte der Nährstoffhaushalt auf einem niedrigen Level  gehalten werden.

Weiterhin ist ein regelmäßiger Teilwechsel zwischen 10 – 20% wöchentlich empfehlenswert, um die Konzentration an Nährstoffen gering zu halten. Von mechanischen Filtern ist abzuraten, sollten diese nicht mindestens zwei- bis dreimal wöchentlich gründlich gereinigt werden, da sie sonst durch einen erhöhten Nitratwert mehr Schaden als Nutzen anrichten. Ein effektiver Abschäumer ist an dieser Stelle Grundvoraussetzung, um das notwendige Gleichgewicht wieder herzustellen.

Deutliche Effekte werden bei dieser Vorgehensweise allerdings nur bei einer täglichen Wiederholung erzielt, welcher über einen längeren Zeitraum auch bei einem Rückgang der Bakterien weiterhin einmal am Tag durchgeführt werden muss. Zu einem routinierten Wasserwechsel sollte erst nach dem gänzlichen Verschwinden der Beläge übergegangen werden. Ansonsten ist mit einem Rückfall der Plage zu rechnen.

Unterstützend können längere Blaulichtphasen und kürzere Phasen mit kompletter Beleuchtung geschaltet werden, um die Vermehrung einzuschränken. Die Bakterien benötigen langwellige Spektren, um Fotosynthese zu betreiben, weshalb ihnen bei einem Spektrum zwischen 380 – 450 nm so weniger Nahrung zur Verfügung steht. Vielen Korallen hingegen kommt speziell ein solches Spektrum zugute. Die passende Aquariumbeleuchtung stellt hier einen maßgeblichen Faktor dar. Speziell bei Leuchtstoffröhren und Hqi-Brennern sollte die Haltbarkeit überprüft werden. Denn bei einer langjährigen Nutzung kann sich, durch ein nachlassen der Lichtintensität, das Spektrum in langwelligere Bereiche verschieben. Da dies eine Ausbreitung der Bakterien begünstigt, sollte hier notfalls ein Austausch vorgenommen werden.

Werden bereits kleine Ablagerungen von Cyanobakterien früh erkannt und direkt entfernt, kann so eine schlimmere Plage noch rechtzeitig verhindert werden. Auch, wenn die Stellen scheinbar nur langsam größer werden, ist ein unverzügliches Handeln hier meist die letzte Rettung. Ein geduldiges Abwarten und ein verschieben des Absaugens auf den nächsten Wasserwechsel können eine schnelle Ausbreitung der Bakterien zur Folge haben. In einem Zeitraum von nur wenigen Tagen kann der Bakterienstamm sich explosionsartig erweitern und ist dann nur schwer wieder unter Kontrolle zu bringen. Dieser Prozess erfordert dann ein erhebliches Maß an Ausdauer und Geduld, da er sich über Monate hinziehen kann.

Biologische Methode:

Auch die Wissenschaft versucht schonende Methoden zur Bekämpfung der Bakterien zu entwickeln. Der erfolgreiche Einsatz von Cyanophagen steht in der häuslichen Aquaristik zwar aktuell noch aus, ist jedoch eine in Zukunft äußerst erfolgsversprechende Methode. Momentan steht der Versuch im Vordergrund die Cyanophagen, welche speziell Cyanobakterien als Wirt nutzen, zu isolieren, um diese dann in großen Mengen kultivieren zu können. Gelingt dies, können Cyanophagen künftig zur Bekämpfung der Cyanobakterien eingesetzt werden. So würden keine Nebenwirkungen im Besatz zu verzeichnen sein, da dieser Virus ausschließlich die Cyanobakterien als Wirtszelle nutzt.

Chemische Methode:

Erst als letzte Möglichkeit sollte auf den Einsatz von chemischen Mittel zurückgegriffen werden. Diese sind mit enormen Nebenwirkungen verbunden, sodass ein Verlust von Fischen und Korallen meistens unvermeidbar ist. Deshalb sollten diese in ein Quarantänebecken umgesiedelt werden, bevor chemische Mittel verwendet werden. Denn ein Antibiotika vernichtet nicht nur die Cyanobakterien, sondern darüber hinaus auch viele andere Bakterienstämme, die für den Abbau von Nährstoffen notwendig sind.

Dadurch dass diese Bakterienstämme nun auch in ihrer nützlichen Funktion gestört werden, wird das Aquariummillieu außerordentlich stark beeinflusst, weshalb mit einer Beeinträchtigung der Nitrifikation zu rechnen ist. Damit einhergehende Konsequenzen sind vorher nur schwer zu bestimmen. Sollten die absterbenden Beläge nicht täglich und besonders gründlich abgesaugt werden, gelangen außerdem verschiedene Toxine in das Wasser. Hierin könnten dann zusätzliche Ursachen für die Verluste von Fischen und das Absterben von Korallen liegen. Auch ist es wichtig sich genau an die Angaben zur Dosierung des Herstellers zu halten. Häufig wird das tatsächliche Wasservolumen überschätzt, was daraufhin entsprechend zu einer Überdosierung führt.

Außerdem sollte das Aquarienwasser im Anschluss an eine Behandlung mit Medikamenten mit Aktivkohle gefiltert und mindestens zur Hälfte gewechselt werden, um eine Ablagerung zu vermeiden. Erst nachdem die Rückstände der Medikamente aus dem Wasser beseitigt sind, kann der Besatz wieder in das Becken zurückziehen.

 
 
 
 

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